„Energy4u“ bringt Mittelstand und Innovation zusammen
Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft wird die Energy4u in diesem Jahr im „Green Energy Lab Reallabor“ in Pfinztal durchgeführt.
Als Clustermanagerin des EnergieForums der Wirtschaftsförderung Karlsruhe gestalte ich seit vielen Jahren Formate, die den Mittelstand konkret bei der Energiewende unterstützen. Mit Energy4u, das wir vor über zehn Jahren initiiert haben, ist eine etablierte Plattform für praxisnahe Lösungen und den direkten Austausch entstanden.
Steigende Energiekosten, neue gesetzliche Anforderungen und der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Genau hier setzt Energy4u an: Unternehmen, Wissenschaft, Politik und regionale Partner kommen zusammen, um konkrete Ansätze entlang zentraler Themen wie Energieeffizienz, Betriebsoptimierung, Wärmeversorgung, Ladeinfrastruktur, Energiespeicher und innovative Technologien zu diskutieren.
Das EnergieForum der Wirtschaftsförderung Karlsruhe, das seit 20 Jahren den Dialog zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu innovativen Energielösungen fördert, ist gemeinsam mit der Hochschule Karlsruhe und dem „Green Energy Lab Reallabor“ Innovationszentrum von Rothweiler Feinwerkmechanik direkt an den Themen der Unternehmen. Zum Auftakt betonte Karlsruhes Erste Bürgermeisterin Bettina Lisbach die Bedeutung gemeinsamer Strategien und einer engen regionalen Zusammenarbeit für einen resilienten Mittelstand.
Von der Gebäudehülle bis zum intelligenten Energiemanagement
Den Schwerpunkt der ersten Fachsession bildete die Frage, wie Unternehmen ihren Energieverbrauch wirtschaftlich optimieren können. Laura Geyer von der „Energieberatung Geyer“ zeigte auf, wie sich bereits am Schornstein der energetische Sanierungsbedarf eines Gebäudes erkennen lässt; hier sei eine Praxisbetrachtung nötig! Benjamin Kirchgässner von „e0 Energiekonzepte“ erläuterte – mit Blick auf Planungssicherheit, Vorgaben, Immobilienwert und Fördermöglichkeiten – den Mehrwert individueller Sanierungsfahrpläne für Wohngebäude als Grundlage langfristiger Investitionen. Grundlagenermittlung, Systembeschreibung, Simulation, Auswertung und Empfehlung: Wie datenbasierte Analysen Investitionsentscheidungen verbessern können, erklärte Gunnar Böttger von „SES Ingenieure GmbH“ anhand der Multiparameteranalyse. Es brauche praxisnahe Beispiele statt theoretischer Konzepte: Dr. Jan Bröcking von „Energowise“ demonstrierte am Praxisbeispiel des „Green Energy Lab Reallabors“, wie KMU mithilfe von Lastganganalysen und intelligentem Energiemanagement ihre Energieverbräuche optimieren und wirtschaftliche Potenziale erschließen können. Dies ermögliche eine Skalierbarkeit der Konzepte.
Innovative Technologien für die Energiewende
Am Nachmittag standen aktuelle Entwicklungen rund um Photovoltaik, Energiespeicherung und Ladeinfrastruktur im Fokus. Sascha Eckerter von der Hochschule Karlsruhe stellte neueste Forschungsergebnisse zur Ertragsoptimierung von Photovoltaikanlagen vor und zeigte, wie sich mittels Innovation Verschattungseinflüsse minimieren lassen. Einen Blick auf innovative und verlässliche Speichertechnologien warf Dr. Jens Willenbockel von „powerloop tech GmbH“ mit den neuesten Natrium-Metall-Chlorid-Batterien, die Strom in Salz speichern. Joshua Krämer von „STZ Energieberatung“ präsentierte moderne Lösungen für Energieberatung und Energiemonitoring in Industrie- und Gewerbegebäuden, griff dabei Daten des „Green Energy Lab Reallabors“ auf. Vieles sei schon bei der Planung vermeidbar, betonte Dr. Bröcking zum Abschluss – und zeigte auf, wie Unternehmen Ladeinfrastruktur intelligent in ein ganzheitliches Energiemanagement integrieren und so Elektromobilität mit einer wirtschaftlichen Energieversorgung verbinden können. Lastmanagement optimiere das Laden, Energiemanagement optimiere das Zusammenspiel des Standorts.
Innovation braucht Austausch
Neben den Fachvorträgen bot „Energy4u“zahlreiche Gelegenheiten zum Netzwerken; Unternehmer, Forschungseinrichtungen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft nutzten die Plattform, um Erfahrungen auszutauschen, Kooperationen anzustoßen und neue Impulse für die Transformation des Mittelstands mitzunehmen.
Die Veranstaltung machte deutlich: Die Energie- und Wärmewende gelingt nur im Zusammenspiel von Innovation, Forschung und Praxis. Mit ihrem Mix aus wissenschaftlichen Erkenntnissen, konkreten Anwendungsbeispielen und regionalem Netzwerk zeigte „Energy4u“, wie Unternehmen die Transformation aktiv gestalten und zugleich ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können. Gerade für den Mittelstand biete der kontinuierliche Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis „entscheidende Impulse, um Transformation aktiv zu gestalten und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, so Bühler. Das „Green Energy Lab Reallabor“ erwies sich dabei als passender Ort, an dem innovative Technologien nicht nur vorgestellt, sondern auch praxisnah erlebbar wurden.